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Geschichte

Shoton ist die Transliteration der beiden Wörter ‚Sho‘ (Joghurt) und ‚Ton‘ (Bankett), darum auch der Name ‚Joghurtfestival‘.

Die Ursprünge des Shoton Festivals lassen sich ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen als der große buddhistische Meister Atisha aus Bangladesch nach Tibet eingeladen wurde um den Buddhismus wiederzubeleben. Dieser war bereits seit 2 Jahrhunderten verboten, dadurch kam es zu endlosen Konflikten und Auseinandersetzungen innerhalb der Bevölkerung. Nach Jahrzehnten harter Arbeit von Atisha und seinen Anhängern wurden buddhistische Tugenden wie Nächstenliebe, Vergebung und Friede wieder Bestandteile des täglichen Lebens. Dafür wurde Atisha, der gern Joghurt aß, von der Bevölkerung sehr geschätzt und im Gegenzug für Opfergaben (hauptsächlich Joghurt) sprach er Fürbitten für die Bewohner Tibets. Schon bald darauf sprach sich herum, dass der Viehbestand jener Bewohner frei von Krankheiten blieb und auch nicht verloren ging oder von wilden Tieren gefressen wurde. Dadurch wurde Joghurt zu einer Art heiligen Essens.

Meister Atisha

Zu jener Zeit bestanden die Lehren des tibetischen Buddhismus aus mehr als 300 Werken und eine der wichtigsten Regeln war der Schutz von allem Lebenden. Im Sommer, wenn die Vegetation am üppigsten war und sich die Tierwelt auf Futtersuche begab, bevorzugten Atisha und seine Anhänger das meditative Tempelleben um zu verhindern ein Lebewesen unabsichtlich zu töten. Diese Meditation, auch ‚Yale' auf Tibetisch genannt, dauerte etwa von Anfang April bis Ende Juni und stellte eine große Herausforderung für Atisha und seine Anhänger dar. Zu den größten Problemen zählte die Nahrungsmittelknappheit. Um der Barmherzigkeit der Lamas Rechnung zu tragen kamen am Ende der Fastenzeit hunderttausende Leute in das Kloster und boten ihnen ihr bestes selbstgemachtes Joghurt an. So entstand das Shoton Festival…


Opfergaben an die Lamas

Im Jahre 1642 kam der Gelug Orden an die Macht in Tibet und der 5. Dalai Lama wurde politischer und religiöser Führer. Sein Aufenthaltsort, der Ganden Pochan im Drepung Kloster, wurde das Zentrum tibetischer Politik, Religion und Kultur. Der 5. Dalai Lama war ein großer Fan tibetischer Oper und so kam es, dass diese auch Bestandteil des Shoton Festivals wurde. Damals wurde die Oper nur innerhalb der Mauern Drepungs aufgeführt und war den Lamas und einigen auserwählten Gästen vorbehalten. Trotzdem nahm das Shoton Festival eine führende Rolle in der Vermischung von Religion und Unterhaltung im verbotenen Land ein. Als der 5. Dalai Lama seine Residenz 1653 in den Potala Palast verlegte, wanderte auch der Schauplatz der tibetischen Oper mit ihm.  1720 schließlich ließ der 7. Dalai Lama seinen Sommerpalast Norbulingka am westlichen Ende der Stadt Lhasa erbauen und die tibetische Oper musste wieder umziehen. Seit damals ist die Oper der Öffentlichkeit zugänglich und wurde so zu einem Höhepunkt des Shoton Festivals.

Der 5. Dalai Lama

Wenn man sich die 1.000 jährige Geschichte des Shoton Festivals ansieht, wird einem klar, dass diese Veranstaltung als zeitlose Veranstaltung in das Leben der Tibeter eingeht. Die Zeit rund um das Festival ist sicher die beste Gelegenheit um Religion, Kultur und Tradition dieses mysteriösen Landes besser zu verstehen.

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